Ein Wort an die Partner von HCV- Infizierten
Ihr Partner wurde als Hepatitis C - positiv diagnostiziert. Versuchen Sie zunächst, sich in seine/ ihre Lage zu versetzen, und sich vorzustellen, was er/ sie jetzt durchmacht. Zuerst, die Frustration, nicht fähig zu sein, die Dinge zu tun, die er/ sie hätte tun können, vor dieser Krankheit - in Anbetracht des Mangels an Energie und der ständigen Ermüdung, die mit der Krankheit einhergehen. Zweitens, der schiere Schock verursacht durch die Diagnose - zu erfahren, daß man eine Krankheit hat, die nicht sehr gut bekannt ist, für die es zur Zeit nur geringe Heilungschancen gibt, die eine unberechenbare Entwicklung aufweist, und sogar Anlaß gibt, sich auf eine zukünftige Lebertransplantation (zumindest gedanklich) vorzubereiten. Drittens muß der Patient meistens auch mit den Nebenwirkungen des Medikamentes, das allgemein bei HCV benutzt wird (Interferon) umgehen. Dieses entzieht dem Patient sogar noch mehr Energie, nicht zu vergessen die Mühe, sich periodisch dieses Medikament spritzen zu müssen. Viertens - der Kampf mit den Behörden, die Sozialhilfe zu bekommen, die man beanspruchen darf. An fünfter Stelle - die Konfrontation mit manchen Ärzten, die die psychologischen Bedürfnisse des Patienten entweder nicht verstehen oder ignorieren, die nicht reden wollen und keine Auskunft geben und schlimmstenfalls die Einstellung haben : ' I weiß besser als Sie ' und die auf rein mensclicher Basis gar nichts besprechen wollen. Manchmal ist der Widerwille der Ärzte, Information weiterzugeben, verständlich, da die meisten Patienten kaum Grundkenntnisse besitzen, um die medizinischen Ausdrücke und ihre Bedeutung in einem allgemeinen Zusammenhang zu verstehen. Aber es gibt Patienten und Patienten....
All diese Faktoren führen zu einer Reizbarkeit und einem inneren Zorn, der manchmal 'rausgelassen' werden muß - sonst wird der Betroffene 'durchdrehen'. Leider werden Sie, der Partner/die Partnerin, das wahrscheinlichste Ziel für diesen Zorn sein. Ich weiß aus eigener Erfahrung wie schwierig dieses ist, aber, wenn Sie Ihren Partner/Ihre Partnerin lieben, versuchen Sie bitte, darauf nicht zu reagieren. Versuchen Sie,die Hintergründe zu verstehen und ruhig mit ihm/ ihr zu reden, auch wenn Sie sich ungerecht behandelt fühlen oder wenn Sie beschuldigt werden, etwas getan zu haben, was Sie in Wirklichkeit nicht taten. Es wird Situationen geben, wenn Sie wütend auf ihn/ sie sein werden .. Versuchen Sie bitte, dies nicht zu zeigen, und, falls Sie sich dann besser fühlen werden, können Sie einen billigen Satz Teller oder Gläser kaufen und zerschmettern - oder sogar beide zusammen (dies könnte auch für Ihren Partner hilfreich sein). Ich fordere Sie dazu auf, weil ich weiß, daß Worte wie sonst nichts auf der Welt verletzen können, und es viel besser ist, Ihren Zorn gegen einen Gegenstand als gegen denjenigen zu richten, den Sie lieben.
Versuchen Sie, so viel zusammen zu sein, wie Sie nur können. Versuchen Sie, all diese Dinge gemeinsam zu tun, die Sie immer schon unternehmen wollten - wie eine Auslandsreise zum Beispiel - die Sie aber aufgeschoben haben, weil Sie stattdessen mit dem Geld etwas anderes bezahlen wollten - einen neuen Wagen, neue Teppiche, Tapeten oder weil Sie andere, nicht wesentliche materielle Güter anschafften, ohne die Sie ruhig weiterleben können.
Und was auch immer passiert, zeigen Sie Ihrem Partner Ihre Liebe und Zuneigung - er/sie braucht es jetzt mehr als je zuvor.
Mit besten Wünschen
Daniel Dimitriou
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